Donnerstag 14 Juni 2012 - 17:55:29
7. Grand Prix der F1-RacingLeague in Montreal
Saubere Wall of Champions
Am vergangenen Wochenende traf sich das 19 Mann starke Fahrerfeld der f1-racingleague.de zum siebten Großen Preis der Saison 2012 auf dem Circuit Gilles Villeneuve nahe Montreal, Kanada. Der als Bremsenfresser bekannte Kurs hielt auch dieses Mal einige Überraschungen bereit.
Im Qualifying konnte der Titelträger Benjamin Köhler nicht die Pace von Christian Brosch im Mercedes mitgehen, die Abstände auf den Plätzen eins bis fünf waren aber wie immer in den letzten Rennen sehr knapp. Neuling Ersin Pinar sorgte bei seinem Debut in der f1-racingleague mit einer sehr guten Performance und Startplatz 8 für Aufsehen und aufgeregtes Getuschel unter den etablierten Piloten des vorderen Mittelfeldes.
Weniger gut lief das Qualifing für Jan Wenninger, der sich "nur" auf Platz 9 qualifizierte und in Folge einer Strafversetzung von P15 startete. Sein Red-Bull-Teamkollege Johann Asanger zeigte eine gute Leistung und qualifizierte sich auf P7. Auch Williams-Pilot Nils Weiß startete von einer vielversprechenden Position 6 in's Rennen. Das zuletzt stark auftrumpfende Lotus-Team mit Jonathan Ercin und Robert Schweda war diesmal leider nicht am Start.
Ex-Champion Christian Brosch nahm den Kurs von der Pole in Angriff, gefolgt von Benjamin Köhler, Lars Zunker und Ray Lexes. Benjamin Köhler scheint seine Startschwäche überwunden zu haben und attackierte erfolgreich sofort in Kurve 2 Christian Brosch. Im nachfolgenden, langsamen Turn 3 kam es zu etlichen Rangeleien und Mini-Kollisionen in der Spitzengruppe.

Benjamin Köhler erobert P1, Christian Brosch hat das Nachsehen
Williams-Pilot Nils Weiß verlor im Anschluss die Kontrolle über seinen Boliden, schlug in die Streckenbegrenzung ein und verlor etliche Plätze. Ich nehme an, er hatte sein Mikro aus, denn sonst hätte ich im TS sicher ein paar saftige Flüche gehört. Ray Lexes erwischte es in Runde 12, als er ausgangs Turn 5 etwas zu stark pushte und die Kontrolle über seinen AMG-Mercedes-Petronas verlor. Der nachfolgende Boxenstopp mit Ersatz beider Flügelanbauten kostete ihn 25 Sekunden an der Box und 13 Plätze. Beide Piloten waren so mehr oder weniger auf verlorenem Posten und stellten später nach erneuten Fehlern ihre Fahrzeuge ab.

Ray Lexes und Nils Weiß sorgen für Arbeit bei den Mechanikern
Johann Black, Ersin Pinar, Andreas Bialik und Thomas Walther zogen davon unbeeindruckt ihre Runden und konnten in der Anfangsphase des Rennens profitieren. Nach kleinen Fehlern von Bialik und Asanger konnte Walther sich auf P5 vorschieben und seinen Verfolgern Zehntel für Zehntel aufbrummen. In Runde 4 gabe es eine Schrecksekunde für den zu diesem Zeitpunkt bereits mit fast 3 Sekunden führenden Benjamin Köhler, als er beim Beschleunigen aus Turn 11 wohl zu sehr pushte und seinen Ferrari , glücklicherweise ohne Schäden zu erleiden, drehte. Allerdings verlor Köhler durch diesen Zwischenfall seine Führung und musste von P4 eine Aufholjagd starten!

Benjamin Köhler (Ferrari) übertreibt beim Beschleunigen aus der Haarnadel und legt einen seltenen Dreher hin
Der Ausgang des Laufes wurde dieses mal auch stark durch die Strategie der Rennställe bestimmt. Während Köhler, Zunker und Wenninger auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs waren, versuchten es Brosch, Walther, Asanger, Bialik sowie Ersin mit zwei Stopps. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß ein Stopp hier dieses mal die schnellere Variante war. So gelang es Jan Wenninger, Walther die Position 4 abzujagen, der nach seinem zweiten Stopp nicht mehr richtig pushen konnte, weil er seine Bremseinstellungen zu otimistisch gewählt hatte. Auch Zunker konnte seinen zweiten Platz gegenüber Brosch behaupten und erzielte wieder ein Top-Ergebnis für McLaren, während sein Bruder und Teamkollege im Nirgendwo landete.
Neuling Ersin Pinar zeigte ein starke Leistung und landet bei seinem ersten Rennen in der f1-racingleague auf Rang 9 in den Punkten!

Thomas Walther überholt innerhalb kurzer Zeit Bialik und Asanger
Größter Leidtragender einer "falschen" Strategie war wohl Johann Asanger, der trotz guter Qualifying-Leistung "nur" P6 erreichen konnte. Aufgrund der guten Leistung von Jan Wenninger holte Red-Bull aber wieder ordentlich Punkte und ist in der Teamwertung immer noch Titelaspirant. Rainer Heynke und Tobias Zunker konnten keine Punkte erreichen und so auch die Wertung ihrer Teams nicht aufbessern. Wieder einmal in den Punkten landete auch Mario Söllner, der vielleicht doch noch an seine frühere Form anknüpfen kann.
Fazit: Benjamin Köhler baut in Abwesenheit von Ercin und bei stagnierender Formkurve von Brosch seine Führung in der Fahrerwertung aus und liefert ein überzeugendes Rennen ab. Er gewinnt verdient diesen siebten Wertungslauf! Sein Vorsprung in der Meisterschaft liegt nun bei bereits 72 Punkten, die Verfolger Wenninger und Asanger(!) liegen bei 77 respektive 74 Punkten. Auf P4 liegt C. Brosch mit 63 Punkten.
Die Teamwertung führt Ferrari mit 162 Punkten an, gefolgt von Red-Bull mit 151 und Lotus mit 98 Punkten. In diesem Sinne: KEINER versenkte seinen Wagen in der Wall of Champions, also ab nach Europa, genauer gesagt Valencia!
Die Teamwertung führt Ferrari mit 162 Punkten an, gefolgt von Red-Bull mit 151 und Lotus mit 98 Punkten. In diesem Sinne: KEINER versenkte seinen Wagen in der Wall of Champions, also ab nach Europa, genauer gesagt Valencia!

Benjamin Köhler liefert ein routiniertes Rennen und feiert einen verdienten Sieg in Kanada! Glückwunsch dazu!
Aus (dem nicht verregneten) Montreal berichtete: Thomas Walther
Autor: Thomas Walther Kategorie F1RL WCS 2012 - -


